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  Entdeckungsgeschichte der römischen Grabkammer Nehren

Die Grabkammer ist als "Heidenkeller" der umgebenden Bevölkerung seit je her bekannt.

1912 besichtigte Paul Steiner die Grabkammer.[1]

1920 lagen Skizzen der Grabkammer vor, die vermutlich von Paul Steiner angefertigt wurden.[2]

1924 wurde die Grabkammer ohne Grabungen detailliert von D. Krencker aufgenommen. Er fertigte einen Grundriß, einen Aufriß von Norden, Süden und Osten und eine Isometrie der Nord-Ostwände. Ferner beschreibt er den vorgefundenen Bestand und Zustand und analysiert das dargestellte Motiv der Wandmalerei.[3]

Restaurierungsgeschichte

1973/74 stellt das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte in Koblenz umfangreiche Untersuchungen an. GEISSLER [4] berichtet, daß der sich über der Grabkammer befindende verwachsene Steinhaufen abgetragen wurde. Der kleine Schacht, durch den die Grabkammer bis dahin betretbar war, wurde analog der Türöffnung verbreitert. Bei der Ausgrabung stieß man auf eine zweite Grabkammer, die angeblich in Größe und Art der bereits bekannten gleicht.

Es wurde sich für eine Rekonstruktion der Grabtempel entschieden. Das Landesamt für Denkmalpflege hat die überwiegenden Kosten der Maßnahme finanziert.[5]

November 1975 Einweihung von Bau I.[6]

September 1976 Einweihung von Bau II[7]

Oktober 1976 [8] säubern der erhaltenen Malerei in Grabkammer I von Mitarbeitern des Archäologischen Amtes in Koblenz. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden die roten "Kritzeleien" reduziert.

1977 Im Zuge von Drainagearbeiten wurden die letzten Reste der römischen, in Hangneigung verlegten Tuffsteintraufrinne zerstört, die das vom Ziegeldach laufende Wasser ableitete.[9] Beide bergseitigen Cellarückwände wurden angeblich mit einer unter die Fundamentsohle reichenden Betonisolierung von dem Hangwasser abgeschottet.[10]

1978 wird im Januar ein Gutachten der Wandmalereien in dem Grabmal von Nehren von Prof. A. Knoepfli, Dr. A. Arnold und O. Emmenegger erstellt[11] . Darin werden zunächst Angaben zu der allgemeinen Situation gemacht, um dann auf den Aufbau des Grabmals, die Rekonstruktionen, die Wandmalereien einzugehen und ein Sanierungs- und Konser-vierungskonzept vorzulegen.

Im Februar 1978 wurde von dem Archäologischen Amt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Außenstelle Koblenz ein Hangschnitt in der Cella der Grabkammer I durchgeführt.

Im November 1978 wurden Putzsicherungen an den Wandmalereien durch den Restaurator Peter Rau, Ulm-Wiblingen durchgeführt. "Sämtliche Lockerstellen und Hohlstellen des originalen Kalkputzes wurden mit Haftbrücken aus Sumpfkalkputz stabilisiert. (Verwendetes Putzgemisch holzgebrannter Sumpfkalk und gewaschener Flußsand)."[12]

Im Dezember 1978 wird von Klemens WILHELMI [13] ein Apell zur Erhaltung der römischen Fresken verfaßt. Darin beklagt er das geringe Interesse an den Malereien, was sich weder publizistisch noch finanziell niederschlägt. Die denkmalpflegerische wie wissenschaftliche Außergewöhnlichkeit der Malereien sind zwar erkannt worden, jedoch konnten weder die Grabungen noch die bereits durchgeführten Sanierungsversuche wirkungsvolle Schutzmaßnahmen für diese außergewöhnliche Malerei erzielen.

1978 wurde mit einem langen tiefen Schnitt durch die Cella eine Freilegung der Kammerwände versucht, um die Wege des Sickerwassers festzustellen. Daraus ergab sich eine Sicherung der West- und Nordfront der Kammer selbst, die 1978 durchgeführt wurde.[14]

"1979 wurde der Boden der Cella und der Vorhalle aufgenommen und eine ausreichend dicke Isolierschicht wurde eingebracht, bevor der Plattenbelag wieder verlegt wurde."[15]

Im März 1979 wurde in monatlichem Abstand ein in der Kammer befindlicher Hydrograph abgelesen und die Kurven über die Luftfeuchtigkeit verglichen.[16]

Im Mai 1979 wurde die gesamte Kammer I photogrammetrisch vermessen[17] und auf Grund dieser Aufnahmen wurde eine exakte, entzerrte Zeichnung der Ausmalung angefertigt.[18]

1980 erfolgt ein kurzes Resümee der geleisteten Arbeiten von dem Leiter der Abteilung Bodendenkmalpflege Außenstelle Koblenz, Herrn Fehr an die Verbandsgemeinde-verwaltung Cochem. In seinem Schreiben verweist Fehr auf die bereits wieder eindringende Feuchtigkeit, er befürchtet eine Isolierung auf der Westseite.[19]

1986 wurde wenig hangabwärts der Grabkammer I eine archäologische Untersuchung des sich dort befindlichen Steinhaufens durchgeführt. Die Untersuchung ergab, daß es sich bei dem Steinhaufen bzw. dem Schutthaufen um Versturz der inzwischen rekonstruierten Grabkammer I handelt.[20]

1999 Reparatur der verstopften und herabgerissenen Dachrinnen und Instandsetzung der Wasserableitung aus der Cellavorhalle.[21]

Im August 2000 wurde eine kurze Schadensaufnahme und ein Konservierungsvorschlag durchgeführt.[22]

Im Frühjahr 2003 beginnt das Forschungsprojekt der Fachhochschule Köln "Präventive Konservierung, modellhafte Sanierung und Restaurierung der umweltgeschädigten römischen Grabanlage in Nehren / Mosel"


[1] Eiden 1982, S. 197

[2] Krencker 1924, S. 68

[3] Krencker 1924, S. 68-70

[4] Geissler 1976, S. 11-14

[5] Geissler 1976, S. 13

[6] Fehr 1980, S. 1

[7] Fehr 1980, S. 1

[8] Fehr 1980, S. 1

[9] Wilhelmi 1978, S. 176

[10] Wilhelmi 1978, S. 179

[11] Die folgenden Ausführungen sind dem Gutachten entnommen : KNOEPFLI, ARNOLD, EMMENEGGER 1978, S. 1-13

[12] Rau 1978, S. 1

[13] Wilhelmi 1978, S. 175-184

[14] Fehr 1980, S. 2

[15] Fehr 1980, S. 2

[16] Fehr 1980, S. 2

[17] Heiner Füglein, Photogrammetrische Aufnahme des "Heidenkellers" in Nehren (Mosel), Diplomarbeit am Institut für Photogrammetrie der Universität Bonn 1979.

[18] Fehr 1980, S. 2

[19] Fehr 1980, S. 1-3

[20] Mikla 1986, S. 1-5, ob Teile des Verschuttmaterials geborgen wurden, geht aus dem Bereicht leider nicht hervor.

[21] Herr Elenz, frdl. mündl. Mitteilung, August 2000

[22] Untersuchungsbericht Riedl 2000

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