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   Grabtempel

Die römische Grabanlage liegt in den Weinbergen oberhalb der Ortschaft Nehren im Landkreis Cochem-Zell an der Mosel.

Die Grabanlage besteht aus zwei gleich großen, zweigeschossigen Grabbauten, die in einer Fluchtlinie in den Hang gebaut sind. Das Gelände fällt steil in einem Neigungswinkel von 30 Grad zur Mosel ab.

Der Oberbau der Grabkammern, gestaltet in der Form von Grabtempeln, wurde zum Schutz der sich unter der Vorhalle befindlichen eigentlichen Grabkammern 1974 rekonstruiert.
Während die östliche Grabkammer II nicht mehr geschlossen intakt ist, handelt es sich bei der westlichen Grabkammer I um einen auch in seiner originalen Ausmalung komplett erhaltenen antiken Raum.

Grabkammer - Bestand

Das Fundament der Grabkammer I wurde unmittelbar gegen den anstehenden Fels gemauert und besteht aus Grauwacke.

Ebenso ist das aufgehende Mauerwerk aus lagig gesetzten Steinreihen aus Grauwacke errichtet, das Tonnengewölbe besteht aus Ziegeln.
Entgegen der bisherigen Meinung konnte festgestellt werden, dass in der Grabkammer I nicht ein Estrichfußboden eingegossen, sondern ein mindestens zweifarbiger Steinplattenboden verlegt war.

Der Steinfußboden bestand aus 2 cm starken Steinplatten aus grünem Diabas und grauem Marmor und war in einem Dolomitkalkmörtel verlegt.
Der römische Setzmörtel weist charakteristisch breite Fugen auf, zeichnet sich durch bunte Gesteinszuschläge mit Größtkörnern bis zu 20 mm aus und ist ebenfalls ein Dolomitkalkmörtel.

Der Kalk stammt vermutlich aus der Eifel wodurch die dolomitische Form erklärbar ist. Der bis zu 30 mm starke, in mindestens zwei Lagen aufgetragene Putzmörtel ist ebenfalls ein Dolomitkalkmörtel.

Auffällig sind die relativ groben kieseligen Zuschläge, die bis knapp unter die Malschichtoberfläche reichen. Die Oberfläche des Putzmörtels ist eben abgezogen und verdichtet, aber nicht geglättet oder gar poliert.

Über dem Putzmörtel liegt eine weiße Feinschicht aus Dolomitkalk, die einen starken Pinselduktus aufweist. Auf diese Kalktünche wurde die polychrome Malerei aufgetragen.

Die Farbpalette der Malerei umfasst gelben Ocker,roten Ocker, der für rosafarbene Pigmentschichten mit Kalk ausgemischt wurde. Ferner Grün in Form von grüner Erde und Rebschwarz.

Putzanalyse

Das Bindemittel-Zuschlagverhältnis der römischen Putze in der Grabkammer I bewegt sich zwischen 1:1,5 und 1:1,7 Ma%, der Verlegemörtel des Steinfußbodens zeigt 1:2,7 Ma%.

Die Putzanalysen wurden von dem IfS-Mainz unter der Leitung von Dr. Michael Auras durchgeführt.

Die Malerei

Die Ausmalung der Grabkammer unterstreicht die Aufteilung des Raumes in aufgehendes Mauerwerk und Gewölbe.

Die beiden Hauptzonen werden durch breite rote Bänder horizontal voneinander getrennt. Mit den gleichen breiten Bändern ist jede Wandfläche in den Randbereichen umrahmt.

Auf dem weißen Grundton des aufgehenden Mauerwerks ist ein Gitterwerk aufgemalt. Das Gitter besteht aus hochrechteckigen Segmenten, die im unteren Teil diagonal verkreuzt sind und einen senkrechten Stab in der Mitte aufweisen, im oberen Teil werden sie von roten Schmuckbinden verziert.

Die Gewölbemalerei der beiden gleich aufgebauten Stirnseiten gliedert sich in drei Felder, die alle mit roten Bändern umrahmt sind. Im Mittelteil erscheint eine große rote Schleife mit Medaillon die von gelben Bänderungen umgeben ist. In den Seitenfeldern sitzen ebenfalls rote Schleifen, die von grauen Bändern verziert werden.

Die Gewölbemalerei erinnert an eine gemalte Kassettendecke. Im Zentrum des Gewölbes sitzt eine achteckige rote Kassette, die zu allen vier Gewölbeseiten hin mit einer halbierten achteckigen Kassette über rote Bänder verbunden ist. Jede Kassette ist durch ein breites schwarzes Band verziert. Um die zentrale Kassette ziehen sich zwei breite rote kreisrunde Bänder, die wiederum von schmäleren roten Bändern flankiert werden.

Die entstehenden Zwischenräume sind mit grünem Blattwerk geschmückt, in welches große dunkle Früchte eingemalt sind. Die vier Ecken der Gewölbemalerei sind mit dreieckigen Zwickeln betont, die durch große florale Muster geschmückt sind. Die drei Nischen der Grabkammer verzieren rote Blumen und grünes Blattwerk.

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